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Zwangsarbeiter
und Kriegsgefangene im Dritten Reich - auch in Heuchlingen
..........
Kriegsgefangene in Heuchlingen
und Zeitzeugenwissen -
angemerkt:
bei der ( zu späten) Befragung ist nur noch bruchstückhaftes
Detailwissen vorhanden .
Zeitzeugen wissen noch von 5 Franzosen in
Holzleuten, 2 Franzosen auf dem Mäderhof, 1 Franzose
auf dem Riedhof und 3 - 4 Franzosen in Heuchlingen.
Diese Angaben würden 11 bis 12 Kriegsgefangene
für Heuchlingen ergeben.
Die amtlichen
Zahlen.
Anlässlich einer polizeilichen Verfügung vom
Aug. 1941 zur Benutzung von Fahrrädern durch Kriegsgefangene, wurden
13 Arbeitgeber in Heuchlingen,
bei denen Kriegsgefangene im Einsatz waren, von dieser Verfügung
in Kenntnis gesetzt. Allerdings sind die zugeteilten Kriegsgefangenen namentlich nicht vermerkt. Nicht aufgeführt
sind hier die Anwesen Klotzbücher in Holzleuten und das Riedhofanwesen.
– siehe Anhang
S. ….
In Heuchlingen
kamen nur französische Kriegsgefangene zum Einsatz .
Nach
dem sogen. Blitzkrieg gegen Frankreich 1940, wurde im Schloss für die nach Hchl. zugeteilten Kriegsgefangenen
ein Gefangenenlager mit einer Kommandantur eingerichtet. Zur Einrichtung
einer solchen
Kommandantur
war eine Mindestgröße von 10 im Ort eingesetzten
Kriegsgefangene notwendig. Bei Unterschreitung drohte die Auflösung
des Lagers.
Die Anzahl der
eingesetzten Kriegsgefangenen in Heuchlingen . Über die Anzahl
der Kriegsgefangen
in Heuchlingen gibt die Aktenlage folgendes Bild:
< nach einer Auflistg. in den Bmstr. Rechng. v. 1940 beträgt
die Anzahl der K. Gefangenen v. 7.Jului 1940 bis 28.Febr. 1941 in
Hchl. 11 Mann. Diese 11 Mann wurden von 11 Landwirten ständig
beschäftigt - siehe
Auflistung. aus Bm. Rn. 1940
< Am 28.4.1941 beträgt die Iststärke nur noch 8 Mann. Die
sofortige Auffüllung
auf die Mindestgröße von 10 Mann wird angemahnt. .
< am 28.5.1941 erfolgt eine Mitteilung, dass in Kürze 4
Mann zugewiesen werden
< am 12.6.1941 erfolgt dann eine Meldung über die Zuweisung von
2 weiteren Kriegsgefangenen. Im Zeitraum von Nov. 40 bis Juni
41 waren also 17 Kriegsgefangene in Heuchlingen eingesetzt.
Wie lange nun - zeitlich gesehen - französische Kr. Gef. im Ort eigesetzt waren, geht aus der spärlichen Aktenlage
nicht hervor.
Die Namen der Kriegsgefangenen und ihre Arbeitsstellen in Heuchlingen
In den (derzeit) vorhandenen Akten sind nur 6 französische Kr. Gefangene
namentlich und 1 Gefangener mit seiner Gefangennummer vermerkt. Nur
bei 4 Gefangenen ist ein Arbeitgeber
namentlich zugeordnet.
Etwas zum Verdienst und Verpflegung
.
Die in der
Landwirtschaft eingesetzten Kriegsgefangenen hatten Anspruch auf einen
monatlichen Lohn von 54.- Reichsmark -
Für die Verpflegung der Gefangenen musste der jeweilige Arbeitgeber
aufkommen.
................
Unterbringung und Bewachung - was wissen
Zeitzeugen?
Gefangenenlager
im Schloß. Wie
ob. schon erwähnt, wurde nach dem sogen. Blitzkrieg gegen Frankreich
1940 für die nach Hchl. zugeteilten Kriegsgefangenen im Schloss
ein Gefangenenlager mit einer Kommandantur eingerichtet.
Nach Bruno
Bihlmaier oblag die Überwachung der Kriegsgefangene zu Beginn der
ersten Internierungen einem Wachmann der Wehrmacht. Für den Wachmann
wurde im Haus des Dorfbüttels Xaver Bihlmaier- es lag in unmittelbarer
Nähe beim Schloss, ein Wachzimmer eingerichtet und mit einer eigens
vom Schloss zum Wachzimmer des Hauses verlegten Alarmleitung versehen .
Hans Bihlmaier sieht seinen Vater als den ersten Bewacher,
dann erst den Wachsoldaten.
Hedwig Waidmann, geb. Stäb v. Hlzl., weiß nur von einem
Wachsoldaten.
Der Aktenlage nach hatten sowohl ein Wachsoldaten,
als auch Xaver Bihlmaier und weitere Hilfswachmänner die Überwachung
der Gefangenen inne. Zum Thema "Wachmann" gibt es auch die
Aussage v. Karl Hirth in Hlzl: ...... dass
sein Vater des Öfteren am Abend die Gruppe der Soldaten von Hlzl.
nach Heuchlingen ins Schloss abgeführt hat.
Ein Zeitfenster: Hedwig. Waidmann legt das Zeitfenster des Geschehens
auf etwa 1943 / 44. Eventuell. ist dieses Fenster besser auf etwa
1940 bis 1942 oder noch etwas früher festzulegen. Siehe hier auch
Anmerkung: b. Max Vogt i. Hlzl.
Der Gang zur Arbeitsstelle .
Die Kriegsgefangenen wurden auf verschiedenen Hofanwesen in Holzleuten,
Riedhof, Mäderhof, Brackwang und Heuchlingen als Arbeitskraft eingesetzt.
Hierzu führte der Wachmann in der Frühe die Gefangenen in Gruppen,
oder Einzeln, den bestimmten Anwesen zu. Das Ganze wiederholte sich
gegen Abend in umgekehrter Reihenfolge. Die
Männer wurden abgeholt
und die Nacht über im Schloss eingeschlossen.
Anton Knödler hat noch gut vor Augen, wie der Xaver Bihlmaler
in Uniform und mit umge-hängtem glänzenden *Säbel die Gefangenen an
ihre Arbeitsstellen führte. Das Jahresdatum kann er nicht mehr festlegen.
*Anmerkung hierzu: X. Bihlmaier war amtlich bestallter Wachmann und
war ganz sicher er mit einer Schusswaffe - Gewehr oder Pistole, ausgerüstet)
Hedwig Waidmann sieht noch einen Wachsoldaten - es war ein kleinerer
untersetzter Mann, mit umgehängtem Gewehr hinter den Gefangenen hergehen.
Auffallend für alle in Bewohner in Holzleuten war dabei die sehr späte
Zustellung der Gefangenen gegen 8 Uhr oder später und die wiederum
sehr frühe Abholung derselben gegen 17:00, oder 17:30 Uhr.
so Hedwig W.
Die Regeln zur Bewachung waren am Anfang recht streng, wurden
später dann etwas gelockert. Das führte soweit, dass die Gefangenen
nun teilweise selbständig ihre Arbeitsstelle aufgesucht haben.
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Gottesdienst für die Kriegsgefangenen
Linus Wagner, 1928 - 1942 Pfarrer in
Hchl., hielt einmal im Monat mit den
französischen Kriegsgefangenen am Marienaltar einen Sonntagsgottesdienst.
Oft wurde dabei auch das "Lourdes-Lied" gesungen. Die Soldaten
haben nach den Erinnerungen sehr schön und ergreifend gesungen. Besonders "Jean"- der bei J. Ilg, d. "Kolba-
Done" eingesetzt war, ist mit seiner schönen Stimme noch in guter
Erinnerung. Anton Knödler durfte bei diesen Gottesdiensten des Öfteren
als Messdiener mit dabei sein.
Abzug der französischen Gefangenen
- aus Zeitzeugenaussagen.
Die gefangenen Franzosen hatten einmal
den Wunsch geäußert eine kleine Feier zu abzuhalten – ob Nationalfeiertag
od. Weihnachtsfeier ist nicht bekannt. Hierzu wurde von ihren Bauern kleine Geschenke
und wohl auch Getränke und Essbares gesammelt und den Soldaten überreicht.
Aug. Haas v. Mäderhof hatte davon Wind bekommen und die Sache zur
Anzeige gebracht. Die Gefangenen wurden daraufhin abgezogen und in
andere Lager und Arbeitsstellen verlegt. - Rudolf Schmid erwähnt hier
Obergröningen als neues Gefangenenlager. Der Wachsoldat wurde angeblich
an die Front versetzt. Leider sind über all die gemachten Aussagen
keine genauen zeitlichen Vorstellungen mehr vorhanden. Qu. O. u. R. Schmid.
.....
Geschichte der Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen auf den einzelnen
Anwesen in Heuchlingen - s. gesond. Abschnitt
In gesondert ausgearbeiteten Einzelobjekten
wir versucht, die Geschichte der Zwangsarbeiter und Kriegsgefangenen
in Heuchlingen näher anzugehen. Die Geschichten beruhen überwiegend
auf noch vorhandenem Wissen von Zeitzeugen.
Quellen: verschiedene
Gemeindeakten, ergänzt durch kurze Auszüge diverser Beiträge im Internet,
wie: "Damals-Zwangsarbeiter im Dritten Reich, Nr. 2/2000, S.
35ff, v. Mark Spoerer* und Internet-Beitrag von "Birgit Maas,
Berlin°.
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