Das Haus „Dangeljörg“ auf dem Mederhof

Haus Nr. 6  nach der Urkarte 1830 – 1912

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Das hier beschriebene Haus Nr. 6 entstand Anfang der 1890er- Jahre aus einer Güterteilung von Haus Nr. 1 - heute Rieg.

Die Vorgeschichte: Leonhard Sachsenmaier ist 1858 im Besitz der gemeinsamen Hofanlage im "Großen Mederhof" bestehend aus den Hofteilen 1a und 1b.
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1861 verkauft
Leonhard Sachsenmaier, dieses Gesamtanwesen:
< den Hofteil 1 b - heute Funk, an Johannes Lang von Böhmenkirch, und

< den Hofteil 1a - heute Rieg, an Jakob Dangelmaier ebenfalls von Böhmenkirch.

Unter Jakob Dangelmaier
erfolgt dann eine 3 fach - Hofteilung.
Die Tochter Kreszentia heir. 1889 auf dem Stammhaus 1a den Franz Anton Maihöfer v. Herlikofen.
Jakob Dangelmaier selbst zieht in das um 1886 erbaute Haus Nr. 5 und übergibt 1892 an den Sohn Leonhard Dangelmaier.

Georg Dangelmaier errichtet 1892/93 das hier beschriebene kleine Hofanwesen über dem Bach in Richtung Heuchlingen.
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Gebäudebeschreibung nach dem Gemeinde - Kataster

1827 und 1873:
noch kein Gebäude vermerkt.

1892/ 93 n. d. Vermessungskataster: Neueinmessung eines Wohnhauses mit Scheuer.

Im August 1891 bekundet Georg Dangelmaier die Absicht, auf den Parz. 926 bis 928 ein Wohn- und Ökonomiegebäude neu zu errichten - näh. s. Kfb. XVII, S. 444.

1907: Wohn -u. Ökonomiegebäude v. Stein, Fachwerk u. getäfert m. Ziegeldach, Hofraite und  Keller. Gelasse: 1 T-Eisen- Keller, 1 Tenne, 2 Heuviertel
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Der Dangel - Jörg oder Dangelmaier`s Jörg


Georg Dangelmaier,
geb. a. 21.8.1859, + a. 4.1.1918. Georg Dangelmaier bleibt ledig und bewirtschaftet sein Anwesen mit einem Pferd. Im Stall hatte er noch 1 Kuh - welche er nie "decken" ließ, 1 Gockel mit 2 -3 Hennen, und ein Hund so die Überlieferung.

 

Das nachstehende Bild zeigt die Kopie eines im Rathaus- Foyer hängenden Fotos mit der Zahl 1886, geltend für das Haus im Vordergrund- das heutige Haus „Frei“. Die Hauseinmessung für Haus 6 erfolgte erst 1892/93.)

 

 

 

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Zum Bild: Der Pfeil zeigt schemenhaft auf das Haus des Dangelmaier`s - Jörg. Es stand über dem Bach gelegen, rechts vom Weg in Richtg. Hchl. Im Vordergrund das Anwesen von Leonhard Dangelmaier, dem Bruder v. Jörg D.


Wissenswertes und Zeitzeugenwissen


Georg Dangelmaier fiel im Jan 1918 vom "Oberleng"-  also vom Heuboden, und war tot.


Zeitzeugen beschreiben den ledigen Jörg als Sonderling. Meist saß er müßig vor seinem Haus und betete den Mond an, so die Redensart über ihn. Zur Arbeit fand er meist erst in den Abend - und Nachtstunden. Oft bekam er seine Kartoffeln nicht rechtzeitig vor dem Wintereinbruch aus dem Acker.

Anekdoten

Schulbuben ärgerten den Jörg bei seinen Besuchen im Dorf mit dem Spottreim: "Dr Dangeljörg vom Mederhof, des isch der Ann sei Sohn (der Anna ihr Sohn), der setzt sich auf da Dangelstock, ond wartet auf da Mo" (auf den Mond)


Als
Otto Schmid einmal erst spät am Abend gegen 10 Uhr vom Pflügen eines Ackers heim kam, rügte ihn sein Vater, der" Müllerhans", mit den Worten: " dei Dangeljörgs Arbet gfellt mer net", also: diese Dangeljörg`s Arbeit gefällt mir nicht, in Anspielung auf den späten Arbeitsbeginn v. Jörg.

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Darauf angesprochen, warum er denn nicht seine Grombiera, also seine Kartoffeln heraus täte, erwiderte er: "woischt, i mag mei Grombiera erdfrisch".

Jörg
kaufte beim Dorfkrämer nur Kleinstmengen ein, so z.B. nur so viel Zucker, wie in seine Hand passte.

Georg Werner, 1879 - 1922 (Maurer Werner) erwarb nach dem Tod v. G. Dangelmaier einen Teil dessen Anwesen, so das Haus und die Wiesen unterhalb des Hofes, der Lein zu gelegen. Georg Werner ließ das Haus dann abbrechen. Das Abbruchmaterial wurde sodann für den Umbau / Neubau des Wernerhauses i.d. Vorstadt verwendet.



Vermessungsriss.

 

 

 

 

Georg Dangelmaier
1892/ 93,
Neueinmessung
v. Wohnhaus und Scheuer.


 

 

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