Steinbrüche - etwas Geschichte - über die Steinbrucharbeit.
Die ersten Steine in unserer Gegend werden wohl schon die Römer, oder besser deren Sklaven, gebrochen haben. Einmal wurden die Steine zum Bau von Wegen und Straßen benötigt, daneben aber auch zum Bau von Wehrtürmen entlang des  Limes und Bau von Kastellen in deren Nähe. Ganz praktisch bauten sie dann vor Ort auch Kalköfen um gleich an Ort und Stelle den zum Bau nötigen Zement und Kalk zu brennen          

steinbr-aufgelassen.jpgAuch wenn die alten Germanen dann, nach dem Abzug der Römer, deren Wegebau-Technik und auch die Technik der Zementherstellung buchstäblich für lange Zeit vergessen hatten, war dann, mindestens seit Beginn der Besiedlung unseres Raumes,  die Gewinnung von Bausteinen aus Steinbrüchen bis in die ersten Hälfte des 20. Jh. hinein eine wichtige Einrichtung, gerade auch für unseren verkehrsmäßig doch sehr abgeschiedenen Ort.  Daneben stellte es natürlich auch eine wirtschaftliche Quelle dar. Sie bot Arbeit für Handwerker- Maurer, Steinmetze- und eine große Zahl Tagelöhner. Daneben fielen Arbeiten an für Schmiede, Schlosser, Wagner, Seiler u.a. Nicht zu vergessen auch die notwendigen  Fuhrlohn-Dienste.

 

Die Steinbrucharbeit

Eine kräftezehren und  gefährliche Schwerarbeit, dazu noch schlecht bezahlt. Zuerst musste eine mehr oder weniger dicke Erdschicht über den Felsbänken abgetragen und das Felsgestein freigelegt werden. Der Abraum wurde gleich in der Nähe abgelagert oder hangabwärts aufgeschüttet. Noch heute sind die mit Trichtern und Wällen zerfurchten Steinbruchareale als solche zu erkennen

Mit Pickel, Spitzhacken, Schlegel, schweren Brechstangen, Keilen, wurden die freigelegten Felsriegel dort gespalten und ausgebrochen. Später übernahmen dann auch Bohrmeißel und Sprengpulver einen Teil der mühsamen Knochenarbeit.  Größere Platten, Steinquader oder gängige Passstücke  wurden gleich vor Ort  für die verschiedenen Verwendungszwecke sortiert und bereitgelegt, ein Teil auch auf die geforderten Größen geschlagen. Bruchgestein wurde auf Fuhrwerke verladen und an Sammelplätze transportiert. Ein Teil davon eignete sich dann auch direkt gleich als Schotter für den Wegebau. Der andere Teil wurde mit Schlegeln zunächst zerkleinert und sodann von einer größeren Anzahl von Steinklopfern mit ihren speziellen Steinhämmern (bei uns hatten sie häufig einem elastischen Stiel aus Schwarzdorn) zu Stücken in Schottergröße zerkleinert. Dem Verfasser ist noch gut das Bild vor Augen, wie - es war in den späten 1940er Jahren, ein langer, etwa 1 mtr. hoher Riegel von Bruchsteinen entlang auf der Küfergasse abgelagert war. Auf kleinen, meist einfüßigen Schemeln oder auf groben „Rupfensäcken, saßen und knieten die „Steinklopfer“ und zerkleinerten in tagelanger Arbeit die Steinbrocken zu Schotter. Eine wichtige Arbeit damals. Waren doch in jener Zeit die später gewerbemäßig betriebenen Steinbrüche und Schotterwerke noch nicht in Betrieb. Außerdem wäre auch die erforderliche Transportkapazität (Fuhrwerke, LKW) nicht zur Verfügung gestanden. Die Straßen, Wege und Fuhren in der Gemeinde mussten aber instandgehalten und erneuert oder neue angelegt werden. Zugleich bot es auch Arbeit für einen nicht geringen Teil von beschäftigungslosen Männern jener Zeit in der Gemeinde.

 

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