Die Steinbrüche in Heuchlingen, hier: rechts der Lein, Nr. 7 bis 11
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Die Steinbrüche Nr. 7 und 8

Links über dem alten Fahrweg nach Holzleuten, noch  vor der Markungsgrenze Hchl.-Hlzl., heute im Wäldchen versteckt,  lag der gemeindeeigene Steinbruch von Heuchlingen. Auf alten Flurkarten ist er  als solcher noch mit diesem Namen eingetragen. Der Steinbruch wurde später aufgelassen - der notwendig werdende Abraum wurde zu groß. Seine ungefähre Lage: N= 48°,51´, 8,2´´ | O= 9°, 57´´, 28,3´´  Höhe ca. 445m.

Gleich in Verlängerung zu diesem Bruch, jedoch nach der Markungsgrenze, plante die (Tl.) - Gemeinde Hlzl. einen Steinbruch. 1822 erwarb sie für diesen Zweck das Haus und den Garten von Haus Nr. 4 - heute Dolderer, um in dessen nach Westen gelegenen Garten einen ergiebigen Steinbruch für den Straßenbau zu erhalten.

Holzleuten hatte einen weiteren, eigenen „Gemeinde-Steinbruch“ am Lindenrain.  Er Lag über dem linken Bachufer, beginnend etwa zwischen Hirts Stall und dem jetzigen neuen Wohnhaus. Er reichte vor bis auf Höhe von Strohbauers heutigem Wirtschaftsgebäude.

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Offen liegende Felsformation am Lindenbrunnen-Rain, unweit vom ehemaligen Steinbruch „Schierle“. Diese Formation setzt sich ca. 800 m in östliche Richtung fort und mündet im ehemaligen Holzleuter- Stein-bruch.

 

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Steinbruch Nr. 9

Über dem Gewand „Wolfsgrub“,  am oberen Rand des  Lindenbrunnen- Rains, zwischen Holzleuten und dem Rand der Neubausiedlung im Gehren, lag ehemals ein großer Steinbruch. Die Größenmaße sind heute noch unschwer  zu erkennen. Der Bruch gehörte zum Anwesen „Schierle“ an der  Schechinger  Straße. Seine Koordinaten: N: 48°, 50´, 59,4´´ | O: 9°, 57´, 11,5´´ | H= ca. 437 – 440m

Wissenswertes: Die letzten Steine hat hier 1953 Bruno Schierle gebrochen. Das Brech-Volumen damals schätzte er auf 15 qm. Benötigt hatte er die Steine für seinen Haus- Neubaubau im Jahr 1954. Sie  dienten zur Ausschotterung der Baugrube und der Hofeinfahrt, dann als Sickersteine an den Außenmauern. Das Plattenmaterial beim Brechen wurde zum Bau von Gartenmauern verwendet.
Erinnerungen: Bruno Schierle erinnert sich dabei noch an einen fleißigen Helfer, an Oswald Losert. Oswald  war damals Hütebub auf dem Schierle-Bauernhof. Oswald musste bei der Steinbrechtätigkeit immer den Bohrmeißel gerade halten und ihn dabei, nach jeden Schlag mit dem schweren Hammer, etwas um die eigene Achse drehen. Zwischendurch wurde das ca. 2 cm dicke Bohrloch mit einem langen, schmalen Blechlöffel  immer wieder freigeräumt. Wenn die erforderliche Bohrlochtiefe von 20 oder 30 cm erreicht war, wurde als Erstes die Zündschnur in das Bohrloch eingeführt  und danach 15 bis 20 cm tief mit Schwarzpulver gefüllt. Über das Schwarzpulver kam jetzt eine Schicht Papierschnitzel, darüber eine Schicht Gesteinsmehl. Dieses Gemenge wurde nun mit einem Holzstock vorsichtig verdichtet. Nun konnte die ca. 30 cm aus dem Bohrloch ragende Zündschnur angezündet werden. Bruno und Oswald brachten sich nun im raschen Lauf in ca. 100 m Entfernung in Sicherheit. (eine etwas abenteuerliche Geschichte -Oswald war dmals 13 J. alt) Bei der folgenden Explosion gab es dann immer einen regelrechten Steinregen. Die umher geflogenen Steine mussten danach wieder eingesammelt werden.  Diese beschriebene Sprengarbeit machte Bruno  natürlich selbst –und ohne Spreng-Genehmigung.  Den Bohrmeißel und den Räumlöffel hatte er vom Kiarth-Bauern Lutz ausgeliehen.  Nach Aussage v. Bruno Sch. wurden im Kiart-Steinbruch die Steine schon sehr früh, bis zur Schließung, fast ausschließlich mittels Sprengung gewonnen. Ähnliches gilt auch für die Steinbrüche Rieg und Funk auf dem Mäderhof.
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Steinbruch Nr. 10

Links über dem Rain, an der Neuen Mögglinger Straße, ca. 200 m vor der Ebene, liegt ebenfalls ein aufgelassener Steinbruch. Das Gewannstück wird heute noch als „Steinbruch“ bezeichnet.
Über dem Rain, schon im Hartfeld gelegen, gruben Barth-Kübler in einem weiteren Bruch ebenfalls Steine.
Qu. Georg Barth. 

Zu diesem Steinbruch finden sich Daten im Kaufbuch XV.S. 252b: Im März 1880 verkauft Franz Josef Wanner- "Koiser", an die Ortsgemeinde Hchl. die Parz. 646 u. 646/2 mit zusammen 10,73 Ar Oede u. Acker in dem Hardt zu Verwendung als Steinbruch für die Summe v. 685 Mark.
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Bemerkenswertes zur nebensteh. Ablichtung: Bei der umfassenden Erneuerung der Mögglingerstraße im Jahr 2015 zeigte sich beim Abtrag der alten Straßendecke - gleich nach dem Übergang v. d. (vormal.) S-Kurve auf die Ebene, unterhalb der alten Straßenkofferung ein ca. 2 bis 3 mtr. mächtiges und 15- 20 m.

langes Felsband mit schönem blauen Angulatengestein (Schwarzen- Jura- alpha3) Lage-Koordinaten N= ca. 48°, 50´, 37,40´´ | O= ca. 9°, 56´, 42,4´´. Höhe ca.  ? Das Feldband liegt ca 200 m östl. vom vorgenannten Steinbruch Nr. 10.
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Steinbruch Nr. 11 auf dem Galgenberg - noch heute noch als solcher zu erahnen - es ist der heutige Reitplatz zwischen alter Reithalle und SAV-Hütte. Der größere Teil gehörte der Gemeinde, ein schmaler Streifen dem Wilhelm  Arnold, wohnhaft auf d. Schossberg. Die Platzgröße und Form zeugt von einem Abbau in größerem Maßstab.
Über die Zeit des aktiven Abbaus von Steinen hier, gibt es auch einen Hinweis: im Dez. 1897 gibt die Gemeinde durch Ausschellen öffentlich bekannt, dass für die Straßennunterhaltung das Brechen von ca. 50 cbm Steine im Steinbruch auf dem Galgenberg im Accord zu vergeben seien. Den Zuschlag bekam im letzten Streich der Taglöhner Josef Uhl für 45 Pfg./ cbm Steine. Schon im Febr. 1898 stellt Uhl eine Rechng. von 23 Mark u. 04 Pf. für das Brechen von 51,2 cbm Straßensteine auf dem Galgenberg.
--- Im Mai 1898 bekommt der August Seitz den Zuschlag für die Lieferung weiterer 80 cbm Steine aus dem Galgenberg-Steinbuch für den Preis von, diesmal, 70 Pfg pro cbm.

Angemerkt hierzu: Der Taglohn b.d. Gemeinde betrug zu jener Zeit 1, 5 Mak.
Uhl musste also in ~ 15 Tg. die 51 cbm Steine brechen, um auf den Taglohn zu kommen.
Seitz musste in ~ 37 Tg. die 80 cbm Steine gebrochen haben. ??

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