Vor 100 Jahren -

Am 1. Januar im Jahr 1926 tritt der neue Bürgermeister auf dem Rathaus in Hchl. seinen Dienst an.
Dazu ein Auszug der Arbeiten und Geschehnisse im Rathus d. Gd. Heuchlingen und der Teilgemeinde Hlzl. iin den Jhren 1925 bis 1927.
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Vorlagen:

Je 1 Hauptbuch für die Gesamtgemeinden Heuchlingen und die Teilgemeinde Holzleuten zum Geschäftsj 1926/27.

Die Gemeindrechner:

Amt Heuchlingen: Johannes Stäb, Landwirt  in Hchl. - Rechner erstmals 1923 (bis 1929 u. 1929 -1935)

Teilgemeinde Holzleuten: Georg Maile, Landwirt i. Holzl.– erstm.  1904 (bis  1934)
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Bedeutende Geschehnisse 1926/27

Zum 31. Okt. 1925  ist Johannes Evangelist Stütz, Bauer, Postagent, bisheriger Ortsvorsteher und Schultheiß von Heuchlingen, aus seinem  Amt zurückgetreten und in den Ruhestand versetzt worden.  Wissenswertes hierzu: Jhs. Ev. Stütz, geb. 1856, + 1939, wurde am 6.6.1883 - im Alter v. 27 Jahren, zum Schultheiß von Heuchlingen gewählt.  Johannes Ev. Stütz war somit 42 Jahre Bürgermeister in Heuchlingen. Jhs. Stütz war Nachfolger seines Vaters Vitus Stütz, Schultheiß in Heuchlingen. ----- Die Wohnstätten der Stütz i. Hchl. von Haus Nr. 58 an der Hirtengasse z. Haus Nr. 1 auf d. Schlossberg zum Haus Nr. 15 am Aufgang z. Schlossberg.

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Ein neuer Bürgermeister wird gewählt.

Im Dez. 1925 wird Aloys Chorhummel, Verwaltungspraktikant  in Igersheim,  OA. Mergentheim, zum neuen Ortsvorsteher und Bürgermeister von Heuchlingen gewählt. ---Im Januar 1926 zieht Alois Chorhummel  dann als neuer Bürgermeister  ins Hchl. Rathaus ein.
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Wissenswertes zum Rathaus.

Das Rathaus, um 1845 erbaut (-s. Link), wurde 1856 von der Gemeinde Hchl. erworben u. als Rathaus eingerichtet. Nach rund 70 Jahren – also  1926 - schien eine umfassende Rathaus-Renovierung notwendig geworden. Gesammelte Handwerkerechnungen zeugen von neuer Dacheindeckung, umfassende Gipserarbeiten im Innern wie an den Fassaden, umfassende Schreiner – Glaser- und Flaschner arbeiten, usw.

Telefon im Rathaus: Im Herbst 1926 wurde die Einrichtung eines eigenen Telefons im Rathaus beschlossen. Bisher mussten Telefonanrufe in der Poststelle b. Stütz vorgenommen werden.

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Hochzeit des Bürgermeisters im Herbst 1926 --- die Bürgermeisterwohnung.

„Der Ortsvorsteher heiratet demnächst“.  Aus diesem Anlass wird beschlossen die neue Ortsvorsteherwohnung – also die Bürgermeisterwohnung im Haus Nr. 34 a. d. Gänsbühl - ordnungsgemäß instand zu setzen.

Im Sommer und Herbst 1926 wurden deshalb umfangreiche Arbeiten sowohl im – u. am Haus durchgeführt.  Handwerkerrechnungen  zeigen umfassende Maurer- Gipserarbeiten,  umfassende Schreiner – Glaser- und Flaschnerarbeiten. Ein Teil der Anbauten der ehemaligen Schreinerei  wurden entfernt. Der Garten und das Garten-Umfeld  wurde neu hergerichtet.

Wissenswertes zum Erwerb der Hausanlage Nr. 34 auf dem Gänsbühl zusammen mit den Grundstücken a. 22. April 1926: Heute hat Franz Barthle, Schreinermeister hier, bzw. dessen Bevollmächtigter Immobilienhändler  Müller, das Geb. Nr. 34 mit Werkstatt u. Hofraum im Gänsbühl  mit 2.98 ar, weiter die Prz. 171: Baum – u. Grasgarten mit 56,34 ar, sowie die Parz. 396/3: Acker im Gänsfeld mit 36,74 ar,  an die Gemeinde Heuchlingen verkauft. Der Kaufpreis beträgt 9000 RM.

Aug. 1926:  Schuldaufnahme v. 9000 RM für den oben genannte Erwerb der  Gantmasse  des *Franz  Barthle,  Haus  34 im Gänsbühl, samt dazugehörigen Gartenflächen. Dez. 1926, man beachte: ausvorgenanntem Anlass nimmt die Gemeinde von Polizeidiener Patriz Bihlmaier ein weiteres Darlehen in Höhe von 2000 RM, zu 8% Zinsen. (*Anfang  1927 wohnt Frz. Barthle dann  im Hs. Nr. 100 in der Hirtengasse.)

Weitere Geschehnisse in der Gemeinde im Jahr 1926.
Neuregelungen diverser Mieten in 1926.
> Mietneuregelungen für die erneuerte Schultheißenwohnung im Haus Nr. 34 a. d. Gänsbühl
, bestehend aus  5 Zi., . u. Kellerraum.
Die Jahresmiete beträgt = 300 RM
(Reichsmark).

Mietenregelung im Schlossbereich - hier:

> die Wohnung  des Friedrich Eberhard, Taglöhner hier  im Schloss -Westseite-Parterre

> die Wohnung in d. Schloss-Nord-seite  I. Stock  des Albert Schuster, Taglöhner u. Flaschenbierhändler hier (zuletzt im Haus 41 a. d. Gänsbühl) und die 

> 1  Zimmerwohng. des Gregor Grimminger („ der Gregor“), Uhrmacher hier im Schloss- Nord-seite,  I. Stock,  gleich beim Eingang . Die neuen Jahresmieten betragen nun: Teil IIa = 96 RM, T. IIb = 96 RM u. T. III = 24 RM jährlich. Angemerkt: Die beiden letztgenannten  Wohnungen betreffen den 1929 eingestürzten Schlossteil.
 

Verschiedenes.

> Josef Bihlmaier kauft aus der bisherigen (alten ) Bürgermeister – Wohnung einen guterhaltenen Württembergischen  Landeskochofen“ für 58 RM. mit Ofenrohr.

> Besoldungsbogen f. Bm. Alois Chorhummel -  ist zum 1 Dez. 1927 in Gruppe VII vorgerückt.

> Besoldungen f. d.  Amts- u. Polizeidiener, den Teil- u. Ges. Gd.- pfleger Johs. Stäb,   Anwalt Waibel i. Holzleuten u. Anwalt Grg. Rieg im Mäderhof. (hier keine näh. Angaben)

Steinbrüche– Steinbruch- Steinschlagarbeiten- 1926 in Hlzl.

> Die Förderung von Bruchsteinen aus gemeindeeigenen oder privaten Steinbrüchen stellte eine wichtige Rohstoffquelle für die Gemeinde und die Bauern dar. Für den Bau und den Erhalt der Straßen und Wege, der Feldfuhren, Hofräume usw., wurden ständig geschlagene Steine durch Steinbrech- und  Steinklopfarbeiten zur Einbringung und Bewalzung benötigt, wie auch zur Einschüttung  minderwertiger Steine oder Steinschutt in Feldwege und Feldzufahrten. 

> Private Steinbruch- Areale befanden sich bei den  Anwesen Bihr, Alois Schmid und -in größerem Umfang  bei Heinrich Hirt (genaue Standorte sind derz. unbekannt)  Angemerkt: Der alte Gemeinde- Steinbruch  von Hlzl. - links am Weg kurz vor Hlzl. Hlzl.- war offensichtlich bereits abgeräumt (aufgelassen).

Neuer Steinbruch. Im Sommer 1926 wurde mit Franz Vogt, Bauer in Hlzl. ein Vertrag abgeschlossen,  einen Steinbruch in der gemeindeeignen Parzelle 170 und der Parz. 6/2 des Franz Vogt, Bauer in Hlz. zu erschließen. Dabei erhielt Franz Vogt  für 10 Jahre das Recht, in diesen beiden Parzellen Steine abzubauen. Wobei die Steine aus d. Parz. 170 nur für den Bedarf der  Gemeinde Hlzl. gebrochen werden durften.

Baugesuche und Begutachtungen von 1927 und 1928.
Hier:
Gesuch v. Euphemia Waidmann im Jan. 1928 über den Bau eines 2 stöckigen- Wohnhausanbau an ihr Wohnhaus Nr. 69, mit einem Bauwert v. 10.000 RM.

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Steuern 1926 – u. a. 

> Viehseuchenumlage-Verzeichnis  mit Angabe der  Betriebe und Anzahl der Pferde, Rinder u. a.:

90 Betriebe,  46 Pferde u. 686 Rinder.

> Hundebesteuerung 1926, hier: über 38 Hunde und 690 RM Steuereinzug.

> Gewerbebetriebe 1926: 21 gemeldete Betriebe davon 8 neu gemeldeten Gewerben.

> Geldstrafenverzeichnis 1926 über 16 Fälle.

> Biersteuererklärungen v. Okt. 1927 b. 21.3.1928. Nach dem Gd. Ratsprotokoll v. 9 Sept. 1927 wird beschlossen, ab dem 1 Okt. 1927 auch in Hchl. eine Biersteuer zu erheben.

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Schule u. Schulangelegenheiten.

> Schülerzahl  1926/27 = 93 Werktagsschüler u. 32 Fortbildungsschüler. (Sonntagsschüler d. ält. Jahrgänge)

Weiteres die Schule betreffend:

> Erhöhung  der  Besoldung  f. d. Schulkehrerin v. 15 auf 20 RM mtl. 

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Schafweide-Verpachtung u. Pförchverkaufsprotokoll 1926 – angemerkt: die jährl. Weideverpachtungen und wöchentliche Pferchversteigerung waren f. d. Gemeinde ein nicht unbedeutender Einnahmeposten.

> Sommerschafweide-Verpachtung  1926 geht an Wilhelm Holz in Essingen für 485 RM.

> Pförchverkauf  1926 - über  15 Pförchvortriebe, Erlös 103, 5 RM.

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Farrenhaltung -- Farren-Einkauf- u. Farren- Verkauf i. Heuchlingen in 1926.

> Farrenkauf 1926 über einen 16 Monate alten Limpurger-Farren für 555 RM.

> Farrenverkauf: 1926 eine2 5 1/2 J. alten Gd. Farren für 850 RM.

Farrenhaltung der Teilgemeinde Holzleuten.

> 2 Farren-Einkaufs-Verträge: Juli 1927 über einen 21 Monate alt Limp. Farren für 640 RM und im Sept. 1927 über einen 13 Monate alten dto. für 710 RM. 

> Verkauf eines 4 Jahre alten Gd. Farren z. Schlachtung für 948 RM (18,24  Ztn. a`52 Mark) -- 

> Weiterer Verkauf eines 2 Jahre alten Zuchtfarren (überzähligen) mit Abstammungszeugnis, an die Teilgemeinde Reichenbach für 620 RM.

Diverse Notierungen betreffs der Farrenhaltung in Holzleuten.

> Der kürzlich eingekaufte 13 Monate alten Farren soll zur Deckung vorläufig nicht genutzt werden. Die Kühe v. Hlzl. sollen solange z. Gd. Farren nach Hchl. zur Deckung  gebracht werden.

 

Sonstige Angelegenheiten.

> Nov. 1927. Erstellung einer Straßenbeleuchtung in Höhe der Leinbrücke durch die Fa. Raab in Ellwangen,  vom Rathaus ausgehend, bestehend aus einer Schaltuhr, Leitung und 2 Masten . Raab erstellt hierüber Ende Nov. 1927 = 305 RM in Rechnung.

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> Umfassende  Straßeninstandsetzung mit Bewalzung  der Straße nach Laubach, Weiler-und Kiarth-Gasse   und -mit Straßenverbreiterung  an der Straße nach Schechingen.

> Hierzu Taglohnlisten Steinbrechen, Steinschlagarbeiten,  Sand – und Steinlieferungen, Steinfuhren aus dem Steinbrüchen: v. Riedhof mehr als 100 cbm - u. a. Steinbrüchen.

> Weitere Abstreichprotokolle  über das Brennholzmachen in den Waldteilen  Haag und Sandgrube. 

> Vergabe  d. „Bahnschlittenschleifen“- 1927  an Johs. Schmid, Müller hier, für 2 RM p. Std. mit 2 Pferden.

> Taglohnliste über das Schneeschaufeln und schleifen des Bahnschlittens im Dez. 1926 u. Jan. 1927.

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> Verpachtung der Graserträge an den Böschungen der Vizinal- und Feldwegen für das Jahr 1926 und 1927. < Aufstreich über den Verkauf der Grabenausschläge und Straßenkot aus Abschnitten im Ortsetter u.   Vizinalwegen.

> Aufstreich-Protokoll im Jan. 1928 über den Verkauf von „Beigholz“ und Reisigholz. < Zahlung v. 2 Mark an Kammerer Weber für das Lesen der hl. Messe an „Petri Stuhl“ in 1927.

> Polizeidiener Markus Stäb erhält in 1927 eine Belohnung v. 10 Mark. (für was?)

> 1926 Angleichung der Löhne (p. Std.) für die Fronarbeiter: Arbeiter über 18 J. = 35 Pfg., unt. 18 J. 25 Pfg. und  Fronmeister 40 Pfg./Std.

> Zahlungsvereinbarung mit Georg Hägele v.  Mögglingen über die Vergütung f. das Maulwurf-fangen 1928.

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